Juli 01, 2026 By Anja Teßmann

KI-Sichtbarkeit statt Klicks: Warum Markenführung im Zeitalter von ChatGPT, Claude & Co. neu gedacht werden muss

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Unser Blogartikel in 30 Sekunden:
Gemeinsam mit Kerstin Ludwig von
going→fwd haben wir untersucht, wie KI die Regeln der Markenführung verändert.Während viele Unternehmen darüber sprechen, wie sie KI im Marketing einsetzen, verändert sich gleichzeitig das Verhalten von Kund:innen. KI-Systeme übernehmen zunehmend Recherche, Orientierung und Vorauswahl. Dadurch wird die Sichtbarkeit einer Marke in ChatGPT, Claude oder Gemini zu einem strategischen Faktor.

Marken müssen künftig nicht nur für Menschen relevant sein, sondern auch für die KI-Systeme, die Kaufentscheidungen beeinflussen.

Die meisten Unternehmen stellen gerade die falsche Frage

Wenn über KI im Marketing gesprochen wird, geht es meistens um Tools: Wie generieren wir schneller Content? Welche KI spart Zeit? Wo lassen sich Prozesse mit KI automatisieren? Das sind wichtige Fragen. Aber sie lenken oft von einer viel größeren Entwicklung ab.

Während Unternehmen noch darüber diskutieren, wie und wo sie KI im Marketing einsetzen können, wird es für viele Kund:innen bereits selbstverständlich, die Recherche an KI-Systeme zu delegieren. Statt selbst nach Informationen zu suchen, lassen sie sich von ChatGPT, Claude oder Gemini Anbieter empfehlen, Produkte vergleichen und Optionen einordnen.

Die eigentliche Veränderung findet deshalb nicht in den Marketingabteilungen statt – sondern im Entscheidungsverhalten der Menschen.

Der klassische Marketing-Funnel gerät unter Druck

Über Jahrzehnte funktionierte Marketing nach einem bekannten Muster: Menschen wurden auf eine Marke aufmerksam, begegneten ihr immer wieder an verschiedenen Touchpoints, recherchierten selbstständig und trafen schließlich ihre Entscheidung.

Jeder Kontaktpunkt zahlte auf Bekanntheit, Vertrauen und Wiedererkennung ein. Marken hatten die Möglichkeit, ihre Geschichte über viele Interaktionen hinweg zu erzählen und Kaufentscheidungen aktiv zu beeinflussen.

Heute übernehmen KI-Systeme immer größere Teile dieser Recherche. Bereits rund 60 % aller Google-Suchen enden ohne Klick auf eine Website (Bain, Feb. 2025). Gartner prognostizierte bis 2028 einen Rückgang des organischen Suchtraffics um 50 % – weil KI-Systeme Suchen direkt beantworten, ohne dass jemand noch auf eine Website klickt. (Gartner Predicts 2025)

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Die Ursache: Antworten werden zunehmend direkt in Suchmaschinen oder KI-Systemen geliefert. Für Marken bedeutet das einen Paradigmenwechsel: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr erst beim Klick, sondern lange davor in der Vorauswahl der KI-Chatbots.

Die neue Frage lautet: Findet die KI eure Marke überhaupt?

Viele Unternehmen investieren aktuell in SEO, Content-Marketing und Social Media. All das bleibt wichtig. Doch zusätzlich entsteht eine neue Herausforderung:

  • Wie sichtbar ist eure Marke für KI-Systeme?
  • Denn was nützt die beste Website, wenn sie in KI-Antworten gar nicht vorkommt?
  • Was nützt eine starke Positionierung, wenn ChatGPT eure Marke nicht einordnen kann?


Die Frage ist nicht mehr nur:
„Werde ich gefunden?“

Sondern: „Werde ich von KI-Systemen berücksichtigt und empfohlen?“

Marken müssen künftig für zwei Zielgruppen relevant sein

Bislang wurden Marken vor allem für Menschen entwickelt. Jetzt kommt eine zweite Zielgruppe hinzu: KI-Systeme.

Menschen vertrauen Marken. Maschinen selektieren Marken. Erfolgreiche Unternehmen werden deshalb lernen müssen, ihre Marke für beide Welten verständlich zu machen.

Wer heute beginnt, sich mit seiner KI-Sichtbarkeit zu beschäftigen, schafft die Grundlage für die nächste Phase digitaler Markenführung.

Kostenloses Whitepaper: Vom Marketing mit KI zu KI-relevanten Marken

Wenn KI-Systeme zunehmend Recherche, Bewertung und Vorauswahl übernehmen, stellt sich eine neue Frage: Was macht eine Marke für KI überhaupt sichtbar, glaubwürdig und empfehlenswert?

Gemeinsam mit Kerstin Ludwig von going→fwd haben wir untersucht, wie sich Markenführung im Zeitalter von ChatGPT, Claude, Gemini & Co. Verändert und welche Faktoren darüber entscheiden, ob Marken in KI-Systemen auftauchen oder unsichtbar bleiben. Eines der zentralen Konzepte dabei: der Selection Loop – entwickelt von Kerstin Ludwig – der beschreibt, wie KI-Systeme Marken selektieren, bevor ein Mensch überhaupt gefragt hat.

In unserem kostenlosen Whitepaper erfährst du:

  • warum KI-Sichtbarkeit mehr ist als SEO und GEO
  • weshalb der klassische Marketing-Funnel gerade verändert wird
  • was der Selection Loop für Marken bedeutet
  • warum Belege wichtiger werden als Behauptungen
  • wie Unternehmen ihre Marke für Menschen und KI-Systeme gleichzeitig führen können

 

 *Titelbild mit KI generiert

FAQ – Sichtbarkeit in KI-Systemen

  • Was ist KI-Sichtbarkeit und warum reicht SEO allein nicht mehr aus?

    SEO sorgt dafür, dass Websites in Suchmaschinen gefunden werden. KI-Sichtbarkeit beschreibt dagegen, ob eine Marke in Antworten von ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity oder AI Overviews berücksichtigt und empfohlen wird. Da KI-Systeme Informationen anders bewerten als Suchmaschinen, benötigen Unternehmen heute Strategien für beide Welten.

  • Wie entscheidet ChatGPT, Claude, Gemini & Co. welche Marken empfohlen werden?

    KI-Systeme bewerten nicht nur Websites. Sie berücksichtigen eine Vielzahl von Signalen wie Fachartikel, Bewertungen, Unternehmensprofile, Presseberichte, strukturierte Daten, Social Media und weitere öffentliche Informationen.

    Empfehlungswürdig werden Marken, die über viele Quellen hinweg konsistent, glaubwürdig und belegbar erscheinen.

  • Warum sind Belege für die Nennung in KI-Chatbots wichtiger als Marketing-Claims?

    KI-Systeme können Aussagen wie „Wir sind Marktführer“ oder „Wir sind die Besten“ kaum bewerten. Deutlich stärker wirken belegbare Informationen wie Kundenbewertungen, Zertifizierungen, Studien, Auszeichnungen oder nachvollziehbare Kennzahlen. Deshalb gilt im Zeitalter der KI: Proof schlägt Behauptung.

  • Wie kann ich prüfen, ob meine Marke in KI-Systemen sichtbar ist?
    Ein guter erster Test ist die Frage: Was sagen ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity über eure Kategorie, ohne euren Markennamen zu nennen? Und was sagen sie über eure Marke, wenn direkt danach gefragt wird? Stimmen die Antworten mit eurer Positionierung überein, ist das ein gutes Zeichen. Wenn nicht, besteht Handlungsbedarf bei Sichtbarkeit, Konsistenz und Markenführung.  
  • Reicht GEO oder GAIO aus, um in KI-Systemen sichtbar zu sein?

    GEO und GAIO optimieren, wie Inhalte z. B. von KI-Chatbots gelesen und zitiert werden – das ist notwendig, aber nicht hinreichend. Wer eine inhaltlich inkonsistente Marke optimiert, wird durch GAIO nicht gerettet, sondern effizienter unsichtbar.

    Die Voraussetzung für jede Optimierung ist Markensubstanz: klare Positionierung, belegbare Claims und kohärente Signale über alle Quellen hinweg. GEO und GAIO sind Execution. Was eine Marke für KI-Systeme überhaupt wählbar macht, setzt früher an.

     

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