Frau am Laptop in futurativer Umgebung, umgeben von violetten Blumen – Symbolbild für KI-Einsatz im Arbeitsalltag
Juli 28, 2025 By Julie Teßmann

ChatGPT vs. Genspark: KI-Agenten im Daily Business

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KI-Agenten versprechen viel, aber halten sie wirklich, was sie versprechen? Letzte Woche hat Open AI direkt in ChatGPT einen Agentenmodus gelauncht. Wir wollten es genau wissen und haben den ChatGPT-Agenten und Genspark getestet.

KI-Agenten – Was ist das eigentlich?

ChatGPT kennt mittlerweile jede:r: Du stellst deine Frage und bekommst eine Antwort – fertig. KI-Agenten gehen weiter. Sie übernehmen komplexere Aufgaben und arbeiten dabei selbstständig, Schritt für Schritt. Ohne, dass du jeden einzelnen Befehl eingeben musst.

Konkret heißt das:

  • Sie recherchieren online
  • Bereiten Inhalte strukturiert auf
  • Erstellen automatisch Dokumente oder Präsentationen
  • Erstellen Podcasts oder auch Transkripte
  • usw.

Du gibst ein Ziel vor – und der Agent übernimmt den Rest. Aber wir müssen nochmal unterschieden zwischen:

  • "Agenten" in ChatGPT oder Genspark: sind  fertige, plattforminterne Lösungen, die darauf abzielen, eine breite Palette von Benutzern zu befähigen, komplexe Aufgaben ohne Programmierkenntnisse zu automatisieren. Sie sind "Produkte", die Agentenfunktionalitäten anbieten.

  • Selbstgebaute KI-Agenten: sind maßgeschneiderte Entwicklungen, die maximale Flexibilität und Integration in spezifische Geschäftsprozesse ermöglichen, aber auch entsprechende technische Expertise erfordern.

Unser Praxistest

Beide Tools mussten dieselbe Aufgabe lösen: eine fundierte Recherche zum Ressourcenverbrauch aktueller KI-Modelle (OpenAI, Anthropic, Google, Mistral).

Die Ergebnisse sollten übersichtlich als Excel-Tabelle vorliegen – im 2. Schritt sollte ein fertiger Foliensatz als PowerPoint-Präsentation erstellt werden. Warum? Weil wir beim Thema Präsentationserstellung mit KI noch keine perfekte all-in-one Lösung gefunden haben.

Diese Arbeitsschritte sind also spannend, weil es weit über einfache Textausgabe hinausgeht – hier geht es um Recherche, Datenlogik und visuelle Umsetzung.

ChatGPT Agent

Du kannst ab der Plus-Version in ChatGPT unter Tools den ChatGPT-Agenten auswählen und ihm beim Arbeiten zusehen. Er zeigt dir, welche Seiten er aufruft, welche Infos er übernimmt – wie ein digitaler Assistent, der mitdenkt.

KI-im-Marketing-ChatGPT-Agent

Das Ergebnis: Nach rund 9 Minuten lagen uns die Ergebnisse vor: eine saubere Excel-Datei mit Quellenangaben und eine verständlich formulierte Zusammenfassung. Allerdings hätten wir mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht.

Die Präsentation (auf Basis eines hochgeladenen PowerPoint-Masters) war okay – Layout und Farben stimmten, aber besonders kreativ war sie nicht. Immerhin ist das Ergebnis um Längen besser, als würde man eine PowerPoint-Präsentation im einfach Chat erstellen.

KI-im-Marketing-ChatGPT-Agent-Praesentation

Preis: Nur mit der Plus-Version nutzbar (20 €/Monat), inklusive 40 Agent-Einsätzen. Du kannst es einfach mal für einen Monat ausprobieren.

Genspark

Genspark bietet dir mehrere spezialisierte Agenten – z. B. für Recherche, Tabellen, Podcasts oder Präsentationen. Oder du nutzt den „Super-Agent“, der mehrere Aufgaben kombiniert.

KI-im-Marketing-Genspark

Das Ergebnis: Die Recherche war deutlich umfangreicher als bei ChatGPT. Die 13 Folien der Präsentation wirkten professionell. Einziger Minuspunkt: Das eigene Design wurde nicht übernommen – auch beim mehrmaligen Ausprobieren. Und: Die Erstellung dauerte merklich länger.

KI-im-Marketing-Genspark-Praesentation

Preis: Die Free-Version enthält 200 Credits täglich. Je nach Aufgabe verbraucht man unterschiedlich viele. Bei der ersten Anmeldung mit einem Google- oder Microsoft-Account bekommt du mit diesem Link aktuell 1.000 Credits extra.

Grenzen von KI-Agenten

So gut die Tools auch sind – ein paar Dinge bleiben noch in deiner Verantwortung:

  • Eigene Gedanken entwickeln sie nicht – sie kombinieren nur, was es schon gibt
  • Spezifischen Kontext oder kreative Lösungsansätze liefern sie nur bedingt
  • Prüfen und nachschärfen musst du selbst
  • Deinen Stil erkennt kein Tool automatisch, du kannst deinen Stil aber auf jeden Fall briefen oder direkt in einem Projekt arbeiten(ChatGPT) oder deine Dateien hochladen und darauf zugreifen (Genspark)

Worauf du achten solltest

Wir können es gar nicht oft genug sagen 🙄:

  • AI-Training deaktivieren: Kontrolliere deine Einstellungen – obligatorisch werden Daten fürs Modelltraining genutzt
  • Sensible Infos außen vor lassen: Persönliche Daten oder interne Informationen haben hier nichts zu suchen
  • Fakten checken: Vor allem bei Zahlen oder kritischen Themen
  • Vorsicht bei Zusatzfunktionen: Automatisches Telefonieren o. ä. z. B. ist rechtlich oft problematisch

Die Entwicklung ist noch ziemlich am Anfang, trotzdem waren wir überrascht, was einfach in den Tools schon möglich ist. Wenn du weißt, was du willst und deine Anfrage gut vorbereitest, kann dir der Einsatz von KI-Agenten echt Zeit sparen. Die Zukunft wird definitiv von solchen Tools geprägt sein. Warum also nicht schon heute damit anfangen?

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