August 04, 2025 By Julie Teßmann

ChatGPT-Texte erkennen: Typische Merkmale von KI-generierten Texten

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Texte entstehen heute zunehmend mit Unterstützung künstlicher Intelligenz – ob im Marketing, in der internen Kommunikation, bei Präsentationen oder im Schulalltag. Die Vorteile sind offensichtlich: schneller verfügbar, sauber gegliedert, grammatikalisch korrekt.

Doch genau darin liegt auch die Herausforderung. Denn viele KI-generierte Texte wirken zu strukturiert, zu einheitlich – und verlieren dadurch an Persönlichkeit. Bestimmte Formulierungen, Satzmuster oder Erzählweisen tauchen immer wieder auf und machen den Ursprung des Textes schnell erkennbar.

Dabei geht es nicht darum, KI schlechtzureden. Im Gegenteil: Gut eingesetzte Text-KI kann entlasten, inspirieren und Prozesse vereinfachen. Entscheidend ist jedoch, wie bewusst mit ihr gearbeitet wird. Dieser Artikel zeigt fünf typische Merkmale, an denen KI-Texte häufig zu erkennen sind – und wie sie gezielt überarbeitet werden können, um natürlicher und lesenswerter zu wirken.

1. Listen mit jeweils 3 Punkten

Viele KI-generierte Texte folgen einer festen Struktur: drei Tipps, drei Argumente, drei Schritte. Das wirkt aufgeräumt, aber nach einigen Texten erkennt man das Muster dahinter. ChatGPT gibt seinen Output gerne in Listenform mit jeweils drei Punkten aus.

Tipp: Inhalte variieren. Listen mit unterschiedlicher Länge (z. B. vier oder fünf Punkte) verbessern nicht nur den Lesefluss, sondern zeigen auch die Individualität deines Textes. Manchmal ist es auch hilfreich, die Listenstruktur zu durchbrechen und stattdessen Fließtext zu verfassen.

2. Absatzstruktur

ChatGPT strukturiert Texte häufig in einzelne Absätze.  Jeder Abschnitt behandelt ein Thema, beginnt und endet sauber, jedoch ohne Übergänge. Das Ergebnis ist ein fragmentierter Lesefluss, der die Verknüpfungen im Text vermissen lässt.

Wie geht´s besser? Es empfiehlt sich, Verbindungssätze einzubauen. Gedanken nicht sofort abschließen, sondern weiterentwickeln, denn nur so können neue Erkenntnisse gewonnen werden. Absätze sollten unterschiedlich lang gestaltet werden, um einen Rhythmus zu erzeugen.


3. Buzzword-Bingo: „Revolutionieren“, „Optimieren“, „Aufs nächste Level bringen“

Das klingt zunächst professionell, ist in der Masse aber auch beliebig. Viele KI-generierte Texte greifen auf Floskeln zurück, die sich zunächst fantastisch anhören, nach intensiver ChatGPT-Nutzung aber abgegriffen klingen und kaum etwas aussagen.

Bessere Lösung:

  • Statt Schlagworten konkrete Begriffe verwenden.
  • Alltagssprache bevorzugen und auf übertriebene Versprechen verzichten

4. Gedankenstriche – mit Vorsicht genießen

Ein weiteres Erkennungsmerkmal: der häufige Einsatz von Gedankenstrichen. In KI-Texten tauchen sie oft mehrfach in einem Absatz auf. In Maßen sehr hilfreich – in Massen eher störend.

Was hilft:

  • Gedankenstriche bewusst einsetzen, nicht als Standardlösung.
  • Abwechslung durch Punkte, Kommas oder Nebensätze schaffen.
  • Textfluss im Ganzen betrachten – statt jeden Gedanken einzeln hervorzuheben.

5. Leerzeichen am Satzanfang

Beim Kopieren von ChatGPT-Texten schleicht sich oft ein technisches Detail ein: ein Leerzeichen vor dem ersten Wort eines Absatzes. Auf den ersten Blick unauffällig, aber wer genau hinschaut, erkennt schnell: Das ist kein Tippfehler.

Gerade bei professionell gestalteten Texten oder in sauber gesetzten Layouts fällt dieser Mini-Fehler auf und verrät, dass hier vermutlich KI im Spiel war.

Vor dem Veröffentlichen:

  • Vor Veröffentlichung immer kurz durch den Quelltext oder Editor gehenund Absatzanfänge gezielt prüfen.
  • Texttools mit Formatkorrektur nutzen (z. B. Notepad oder Markdown-Editoren).

KI erkennen – um besser mit ihr zu arbeiten

Texte mit ChatGPT oder anderen Tools zu schreiben, spart enorm Zeit – doch erst durch bewusste Überarbeitung oder den richtigen Input zum eigenen Schreibstil entsteht Qualität. Wer typische Muster erkennt und gezielt bricht, verleiht auch KI-generiertem Content eine menschliche Note und erhöht damit die Wirkung beim Zielpublikum.

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