Februar 08, 2026 By Anja Teßmann

AI Slop: Kuratorische Intelligenz rettet die Authentizität im Marketing 2026

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Instagram und LinkedIn-Feeds im Jahr 2026 gleichen oft einem digitalen Spiegelkabinett: Überall dieselbe glatte KI-Ästhetik in den Bildern, dieselben„In der heutigen schnelllebigen Welt“-Einleitungen und austauschbare Botschaften wie „dein Next Level für XYZ“. Was 2023 noch als technisches Wunderwerk bestaunt wurde, hat 2025 einen Namen bekommen, der zum Unwort einerganzen Branche wurde: AI Slop.

Wir haben das Phänomen analysiert und die AI-Slop-Formel entschlüsselt: Sie beginnt lange vor dem ersten Prompt. Das Problem ist ein altbekanntes: Nichtssagende Briefings. Während Agenturen früher aus vagen Vorgaben noch exzellente Kommunikation formten, treffen diese Briefings heute auf KI-Tools,die auf den statistischen Durchschnitt trainiert sind. Das Ergebnismittelmäßiger Durchschnitt. Und Durchschnitt ist das exakte Gegenteil vonMarke.

KI-im-Marketing-AI-Slop-Formel

 

Potenziert wird dieses Mittelmaß zusätzlich durch den Model Collapse, da KI zunehmend mit KI-generierten Daten trainiert wird.

Die Krise der Sichtbarkeit: Wenn wir im „AI Slop“ ertrinken

Die Zahlen der aktuellen Global AI Trust Study 2025 sind alarmierend für Marketer: Während täglich rund 35 Millionen KI-Bilder das Licht der Welt erblicken (1), sinkt die Akzeptanz rasant. Nur noch 26 % der Konsumenten bevorzugen KI-generierten Content – ein massiver Absturz gegenüber den 60 % aus dem Jahr 2023.(2)

Die Ära der reinen KI-Generierung ist vorbei. Wer 2026 im Marketing bestehen will, muss verstehen, dass Authentizität keine Frage des Prompts ist, sondern eine strategische Entscheidung. Der Schlüssel dazu liegt in der Kuratorischen Intelligenz.

KI-im-Marketing-AI-Slop-Fakten

 

Kuratorische Intelligenz: Die Kunst des strategischen Weglassens

Unsere Welt ertrinkt im Output und damit wird die Fähigkeit zur Kuration zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Kuratorische Intelligenz im Marketing bedeutet, die Verantwortung nicht an das KI-Tool zu delegieren, sondern die Hoheit über den Prozess zurückzugewinnen. Das umfasst zwei zentrale Dimensionen:

1. Die bewusste Wahl europäischer Tools

Der „Default-Button“ (ChatGPT, Midjourney oder Gemini) führt fast zwangsläufig zum Durchschnitt. Kuratorische Intelligenz bedeutet, Werkzeuge zu wählen, die den europäischen Kontext und unsere Werte (wie DSGVO und Diversität) systemisch verankert haben. Dazu haben wir 2 spannende KI-Tools aus Österreich und Deutschland ausprobiert:

  • Newsrooms AI bietet beispielsweise die notwendigen Leitplanken, um eine echte Brand Voice zu wahren, statt in generische Phrasen zu verfallen.
  • COCO (Colorful Community) ist das Midjourney der Inklusion, wie es die Co-Founder selbst gerne nennen.

2. Human-in-the-Loop als ethischer Filter

Authentizität entsteht dort, wo der Mensch die finale Instanz bleibt. DieKennzeichnungspflicht für KI-Content, die seit August 2026 greift, ist dabei nur der rechtliche Rahmen. Der eigentliche Wert liegt in der menschlichen Feinjustierung. Ein Kurator prüft jeden Output gegen die Markenhaltung: Klingt das nach uns? Verletzt das Urheberrechte? Bildet das unsere Zielgruppe in derRegion realitätsgetreu ab?

„Kuratorische Intelligenz ist das Gegenteil von blindem Automatisieren. Es ist die Entscheidung für Qualität über Quantität.“

Fazit: Profil zeigen statt im Slop versinken

Der Hype um die reine Erzeugung von KI-Content ist vorbei. 2026 gehört den Marketern, die ihre Markenhaltung als Filter nutzen. Wer den KI-Einheitsbrei hinter sich lassen will, muss investieren – nicht nur in Rechenpower, sondern in die Kompetenz der Kuration. Authentizität lässt sich nicht durch einen Klick erzeugen; sie muss durch kluge Tool-Wahl und menschliche Expertise geschützt werden.

Wir von SISTERHOOD begleiten Unternehmen dabei, diese kuratorische Kraft zu entwickeln.

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