KI-Blog

KI und Frauenberufe: 54 % der bedrohten Jobs sind weiblich – Was die Anthropic-Studie für uns bedeutet

Geschrieben von Anja Teßmann | 27.03.26 14:06

Eine neue Studie rüttelt die KI-Welt auf. Am 5. März 2026 veröffentlichte Anthropic – das Unternehmen hinter Claude – wegweisende Daten zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt: „Labor market impacts of AI: A new measure and early evidence“.

Was die Forscher Maxim Massenkoff und Peter McCrory darin aufzeigen, ist kein fernes Zukunftsszenario, sondern bereits gelebte Realität. Erstmals wurde nicht nur theoretisches Potenzial gemessen, sondern die tatsächliche Nutzung von Claude im beruflichen Alltag analysiert.

Warum Frauen besonders von der KI-Welle betroffen sind

Die Ergebnisse der Studie sind ernüchternd: 54 % der durch KI bedrohten Jobs sind in Frauenhand. Besonders stark betroffen sind Bereiche wie:

  • Computer- und Mathematikberufe: 74,5 % der Aufgaben bereits durch KI abgedeckt.
  • Kundenservice: 70,1 % Abdeckung.
  • Dateneingabe: 67,1 % Abdeckung.
  • Büro- und Verwaltung, Business & Finance sowie Sales: Bereiche mit überproportional hohem Frauenanteil.

Die am stärksten exponierten Fachkräfte sind laut Studie mit höherer Wahrscheinlichkeit weiblich, über 40 Jahre alt, gut ausgebildet und überdurchschnittlich bezahlt. Berufsfelder wie Marketing, HR, Recht und Buchhaltung – in denen viele Frauen jahrelange Expertise aufgebaut haben – spüren den KI-Einsatz bereits heute massiv als Werkzeug im Arbeitsalltag.

Das wegbrechende Fundament: Einstiegsjobs in Gefahr

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung für die nächste Generation. Anthropic-CEO Dario Amodei warnt, dass KI die Hälfte aller Einstiegsjobs im White-Collar-Bereich verdrängen könnte.

  • Seit 2022 geht die Einstellung junger Arbeitnehmer:innen in KI-exponierten Berufen messbar zurück.
  • Klassische Einstiegspositionen im Marketing oder in der Sachbearbeitung, die bisher als Karrieresprungbrett dienten, verschwinden.
  • Das Fazit der Studie: Wer keine KI-Kompetenz besitzt, wird es künftig schwer haben, überhaupt in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Die Chance: Theorie vs. Praxis

Trotz der drastischen Zahlen gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die tatsächliche Nutzung von KI liegt noch weit unter dem theoretisch Möglichen. Während in Business & Finance theoretisch 85 % der Aufgaben übernommen werden könnten, werden aktuell erst 20 % tatsächlich durch KI ersetzt.

„Die Welle kommt. Die Frage ist nicht ob, sondern wer vorbereitet ist.“ – Anja & Julie Teßmann

Dein Fahrplan: Vom Wissen zum Handeln

Wir bei den KI-SISTERS und als Mitglieder von Women in AI Austria sind überzeugt: KI ist kein „Männerding“. Es ist ein Werkzeug für alle. Wer die Regeln der KI-gesteuerten Arbeitswelt kennt, kann sie mitgestalten und sichtbar bleiben.

Was du jetzt tun kannst:

  1. Warte nicht ab: Eigenständiger Aufbau von KI-Kompetenz ist der sicherste Jobschutz.
  2. Nutze Netzwerke: Tausche dich in einem sicheren Umfeld aus, um die Angst vor der Technik zu verlieren.
  3. Werde zur Gestalterin: Setze KI gezielt ein, um Arbeitsprozesse in deinem Bereich (z. B. Marketing) zu optimieren.

Du willst den Anschluss nicht verlieren? Besuche unsere KI-Masterclass für Frauen oder werde Teil unserer KI-Community WOMEN ONLY. Gemeinsam machen wir dich fit für die Arbeitswelt von morgen.

Quelle: Massenkoff, M. & McCrory, P. (2026). Labor market impacts of AI: A new measure and early evidence. Anthropic.